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Mobilfunk-Umsatz pro Kunde – Vodafone hat die Nase vor

Mobilfunk-Umsatz pro Kunde – Vodafone hat die Nase vor – Wenn die drei großen Netzbetreiber ihre Geschäftstätigkeit und die Erfolge untereinander vergleichen, dann geht es neben den Kundenzahlen oft auch um einen Wert, den sogenannten ARPU. Diese Abkürzung steht für Average Revenue per User und heißt auf Deutsch so viel wie der Umsatz der pro Kunde gemacht wird. Je mehr Geld ein Nutzer für mobile Dienstleistungen ausgibt, desto höher ist dieser Umsatz und umgekehrt.

Im Prepaid Bereich sind die Umsätze pro Kunde meistens niedrig, da eher Wenig-Nutzer zu einer Prepaidkarte greifen und damit dann monatlich nur geringe Umsätze haben. Hohe ARPU erzielen dagegen Kunden im Postpaidbereich, vor allem bei den Allnet Flatrates. Hier gibt es fest monatliche Beträge, die im Bereich von 20 bis 50 Euro liegen. Das erklärt auch, warum viele Unternehmen ihren Fokus auf Postpaid legen: die Umsätze sind einfach in diesem Bereich höher und damit in der Regel auch die Gewinne.

Die Zahlen der letzten drei Jahre im Vergleich:

arpu-gesamt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

O2 liegt hinten, Vodafone vorn

Auf dem deutschen Markt liegt zwar O2 bei den Kundenzahlen vor, bei den Umsätzen pro Kunde ist das Unternehmen aber deutlich unter den Werten von Vodafone und der Telekom. Das liegt vor allem am hohen Anteil an Prepaidkunden in diesem Netz. Dazu gibt es bei O2 viele Discounter (Smartmobil, WinSIM, Simply), die Tarife extrem günstig anbieten und damit natürlich nicht so hohe Umsätze pro Kunde erzielen wie in anderen Netzen. Das drückt insgesamt auf die Umsätze pro Kunde. Interessanterweise machen nicht die Kunden im Telekom Netz die höchsten Umsätze sondern Vodafone hat hier die Nase vorn. Mit mittlerweile 15,30 Euro ARPU kommt das Unternehmen auf den höchsten Wert von allen Netzbetreibern und liegt mehr als einem Euro über den Werten der Telekom.

Nur Vodafone kann den ARPU steigern

Bei Vodafone findet man noch einen positiven Effekt: das Unternehmen kann den ARPU in den letzten Jahren sogar steigern. Die anderen Unternehmen haben hier mit stagnierenden bis fallenden Umsätzen pro Kunde zu kämpfen. Besonders bei O2 sieht man das deutlich. Beim ARPU im O2 Netz macht sich die Übernahme von Eplus deutlich bemerkbar, aber auch in den letzten beiden Jahren ist der ARPU noch weiter abgesunken. Die sehr aggressive Preispolitik von O2 und den Discountern in diesem Netz schlägt sich an dieser Stelle in den Zahlen nieder. Ganz klar: es gibt bei O2 mittlerweile Allnet Flat ab 6.49 Euro – damit ist ein Kunde für weniger als 7 Euro komplett versorgt und wird monatlich wohl nicht mehr Umsatz machen (es sei denn, die Datenautomatik schlägt zu). Damit bleibt der ARPU dann aber eben auch bei 6.49 Euro monatlich. Da im O2 Netz immer neuen Angebote dieser Art gestartet werden, ist es anzunehmen, dass der ARPU sogar noch weiter sinken wird.

Vodafone und die Telekom gehen hier einen anderen Weg: die Preise für die Allnet Flatrates im eigenen Haus bleiben weitgehend stabil und steigen teilweise sogar etwas an. Man senkt nicht die Preise sondern packt lieber mehr Leistungen dazu. Das macht sich dann auch in höheren Umsätzen pro Kunde bemerkbar und dürfte dazu führen, dass auch weiterhin die ARPU relativ hoch liegen.

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About Bastian Ebert

Ich beschäftige mich bereits seit 2006 mit dem Thema Telekommunikation und Mobilfunk auf dem deutschen Markt. Meine Spezialgebiete sind dabei die mobilen Datentarife, Prepaid-Karten und die Angebote der Handy-Discounter (insbesondere die Allnet-Flatrates). Besonders bei den Allnet Flat hat sich der Markt dabei deutlich weiter entwickelt und es ergibt sich fast täglich etwas Neues, über das ich schreiben kann. Bei Fragen und Anmerkungen stehe ich im Kommentarbereich gerne zur Verfügung. Mehr Details zu mir und meinem Hintergrund gibt es hier: Wer schreibt hier?

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