Handy Flatrates mit 5G+ im Überblick

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Written By Bastian Ebert

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In Deutschland ist „5G+“ (auch bekannt als 5G Standalone oder 5G SA) der nächste große Schritt im Mobilfunk. Während herkömmliches 5G oft noch auf dem alten 4G-Kernnetz basiert, nutzt 5G+ eine komplett eigenständige Infrastruktur. Das ermöglicht minimale Latenzzeiten (Echtzeit), eine stabilere Verbindung und schont den Smartphone-Akku. Auf Weise bekommt man faktisch echte 5G Flatrates, die gar kein 4G mehr benötigen.

Der Begriff 5G+ ist primär eine Marketingbezeichnung, hinter der sich technisch meist das sogenannte 5G Standalone (5G SA) verbirgt. Im Gegensatz zur ersten Ausbaustufe, dem Non-Standalone-Betrieb, der noch auf einem LTE-Kernnetz basiert, operiert 5G+ vollkommen unabhängig. In der Fachwelt wird diese Weiterentwicklung oft als das „echte 5G“ bezeichnet, da erst hierdurch die extrem geringen Latenzzeiten und Funktionen wie Network Slicing ermöglicht werden.

Ein weiterer wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist 5G Advanced. Dabei handelt es sich um die offizielle nächste Evolutionsstufe des Mobilfunkstandards, die auf dem Release 18 der 3GPP-Spezifikationen basiert. Während Mobilfunkanbieter in den USA oft Namen wie 5G Ultra Wideband oder 5G UC (Ultra Capacity) nutzen, um besonders schnelle Frequenzbereiche hervorzuheben, hat sich im europäischen Raum für diese leistungsstarken Netze zunehmend die Bezeichnung 5G+ etabliert. Letztlich beschreiben all diese Begriffe den technologischen Sprung weg von der LTE-Abhängigkeit hin zu einem optimierten, KI-gestützten und energieeffizienteren Netzwerk.

Kostet 5G+ extra?

In der aktuellen Mobilfunklandschaft des Jahres 2026 ist die Nutzung von 5G+ (5G Standalone) bei den meisten großen Anbietern in Deutschland ohne monatlichen Aufpreis möglich. Es handelt sich dabei primär um eine technische Freischaltung, für die oft keine zusätzlichen Gebühren anfallen, sofern bereits ein 5G-fähiger Tarif besteht.

Vodafone: Der Vorreiter

Vodafone war der erste Anbieter, der 5G+ für Privatkunden großflächig freigeschaltet hat. Hier ist die Nutzung in fast allen modernen Tarifen ohne Aufpreis möglich. Eine Besonderheit ist die Nutzung von 5G SA im Prepaid Bereich. Die Callya Simkarte haben ebenfalls Zugang zur neuen Technik. Das gibt es so nur bei Vodafone – andere Anbieter werden aber sich nachziehen.

  • Unterstützte Tarife:
    • GigaMobil & GigaMobil Young: Alle aktuellen Laufzeitverträge (XS bis XL) enthalten 5G+.
    • CallYa (Prepaid): Auch in den CallYa-Digital- und Allnet-Flat-Tarifen ist 5G+ mittlerweile Standard.
    • GigaCube: Die 5G-Router-Tarife für Zuhause unterstützen ebenfalls die Standalone-Technologie.
  • Besonderheit: Bei Vodafone muss die Option „5G+“ oft einmalig kostenlos in der MeinVodafone-App aktiviert werden. Andere Anbieter im D2 Vodafone haben diese Technik bisher nicht.

VIDEO 5G SA im Test

O2 Telefónica: 5G Plus für alle

O2 hat unter dem Markennamen „5G Plus“ sein gesamtes 5G-Netz auf die Standalone-Technologie umgestellt.

  • Unterstützte Tarife:
  • Aktivierung: Kunden können das 5G Plus-Paket für 0 € über das Kundenportal oder die App zu ihrem bestehenden 5G-Tarif dazubuchen (Laufzeit meist 12 Monate, verlängert sich automatisch).

Deutsche Telekom: Fokus auf 5G+ Gaming

Die Telekom nutzt 5G+ aktuell sehr gezielt. Während das „normale“ 5G-Netz der Telekom als das am besten ausgebaute gilt, wird 5G Standalone für Privatkunden oft über spezielle Optionen vermarktet.

  • Unterstützte Tarife:
    • MagentaMobil (S bis XL): Grundsätzlich 5G-fähig. Die volle 5G+ Funktionalität (inkl. Network Slicing) wird oft über Zusatzoptionen wie „5G+ Gaming“ angeboten.
    • MagentaMobil Young: Spezielle Angebote für junge Leute beinhalten teilweise bereits optimierte 5G+-Zugänge.
  • Status: Die Telekom rollt 5G+ sukzessive für alle Massenmarkt-Tarife aus, setzt den Fokus aber stark auf Anwendungen mit geringer Latenz (Gaming, AR).

VIDEO Die Telekom erklärt 5G+

5G+ bei 1&1 und Drillisch

Der Zugang zu 5G+ bei 1&1 und den zugehörigen Marken von Drillisch hängt maßgeblich vom Ausbaustatus des eigenen Mobilfunknetzes ab. Da 1&1 das vierte deutsche Mobilfunknetz als reines 5G-Standalone-Netz (5G SA) konzipiert hat, stellt diese Infrastruktur technisch gesehen von Grund auf den 5G+-Standard bereit. Kunden mit entsprechenden Tarifen und kompatiblen Endgeräten nutzen somit echtes 5G+, sobald sie direkt in eine Funkzelle des 1&1-Netzes eingebucht sind. Da sich dieses Netz jedoch noch im Aufbau befindet und vor allem in urbanen Räumen verfügbar ist, erfolgt in vielen Gebieten ein automatischer Wechsel in das Netz des Partners Vodafone.

Im Rahmen dieses sogenannten National Roaming erhalten Nutzer zwar ebenfalls Zugriff auf 5G-Verbindungen, allerdings handelt es sich dabei häufig noch um die Non-Standalone-Variante, die auf der bestehenden LTE-Infrastruktur aufsetzt. Ob und in welchem Umfang die spezifischen 5G+-Vorteile wie extrem niedrige Latenzzeiten auch im Roaming-Netz vollständig für Drittanbieterkunden freigeschaltet sind, variiert je nach den vertraglichen Vereinbarungen zwischen den Netzbetreibern. Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Zugang zu 5G+ bei 1&1 und Drillisch technisch vorgesehen ist und im eigenen Netz bereits realisiert wird, die flächendeckende Verfügbarkeit im Alltag jedoch noch stark vom jeweiligen Standort und der dortigen Netzinfrastruktur beeinflusst wird.

Was Sie für 5G+ zusätzlich benötigen

Damit das Kürzel „5G+“ tatsächlich auf dem Display erscheint, genügt die Buchung eines entsprechenden Tarifs allein nicht. Es müssen zusätzlich zwei wesentliche technische Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst spielt die Hardware eine entscheidende Rolle: Das genutzte Smartphone muss den sogenannten 5G-Standalone-Modus (SA) unterstützen. Diese Funktionalität ist mittlerweile Standard bei modernen Geräten, wie etwa den Modellen der iPhone-Serien 15, 16 und 17, der Samsung-Galaxy-Reihe von S23 bis S26 sowie bei den aktuellen Flaggschiffen von Google Pixel, Xiaomi und Sony.

Darüber hinaus ist die verwendete SIM-Karte ein kritischer Faktor. Für die Nutzung von 5G+ ist entweder eine moderne physische SIM-Karte, die zumeist ab dem Jahr 2021 produziert wurde, oder eine eSIM erforderlich. Ältere Chipkarten verfügen oft nicht über die notwendigen modernen Verschlüsselungsprotokolle, die für die Kommunikation mit einem reinen 5G-Kernnetz zwingend vorausgesetzt werden. Nur wenn das Endgerät, der Chip und die Netzverfügbarkeit am jeweiligen Standort optimal ineinandergreifen, wird die Verbindung im erweiterten 5G-Standard hergestellt.

Zusammenfassung der Anbieter

AnbieterTarifgruppe5G+ StatusKosten
VodafoneGigaMobil, CallYaVerfügbar0 € (App-Aktivierung)
O2O2 Mobile, BusinessVerfügbar0 € (Option buchen)
TelekomMagentaMobilVerfügbar / OptionenInklusive oder als Option