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Allnet Flatrates und Tarife ohne Datenautomatik

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Allnet Flatrates und Tarife ohne Datenautomatik – Seit BASE vor vielen Jahren mit den ersten Tarifne samt Datenautomatik angefangen hat, nutzten immer mehr Anbieter diesen Mechanismus und bieten Allnetflat und Tarife inklusive dieser Automatik an. BASE wurde mittlerweile zwar von O2 übernommen und bietet keine eigenen Handytarife mehr an, die Datenautomatik lebt jedoch weiter.

Besonders bei den Drillisch Discounter im Handy-Netz von O2 finden sich viele Tarife dieser Art aber auch Vodafone die O2 Blue Tarife haben einen Automatik inklusive. Sehr erfreulich allerdings: mit den neuen O2 Free Flatrates verzichtet O2 mittlerweile wieder auf eine solche Automatik. Ebenfalls positiv: viele andere Anbieter haben ebenfalls keine Allnet Flat mit Datenautomatik mehr im Angebot, sondern setzen nur noch auf das manuelle Nachbuchen von Datenvolumen. Vor allem bei den D1 Netz Flat und den Vodafone Netz Allnetflat gibt es inzwischen keine aktuellen Flatrates mit dieser Automatik mehr.

HINWEIS – Komplette Sicherheit hat man derzeit im Prepaid Bereich. Alle Angebote mit Prepaid Sim und auch die größeren Prepaid Allnet Flat kommen derzeit ohne Datenautomatik aus. Mit einer Prepaid Karte hat man also nie das Problem, dass automatisch Datenvolumen nachgebucht wird.

Wie funktioniert eine Datenautomatik?

Eine Datenautomatik wird dann aktiv, wenn das monatliche Inklusiv-Volumen aufgebraucht ist. Normalerweise wird in solchen Fällen dann die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung gedrosselt. Bei der Datenautomatik gibt es stattdessen einen Zwischenschritt: es wird bis zu drei Mal neues Datenvolumen nachgebucht und erst danach setzt die Drosselung ein. Die Buchung ist dabei nicht kostenlos, sondern wird berechnet. Je nach Anbieter kostet das zusätzliche Datenvolumen, das automatisch gebucht wird, zwischen 3 und 5 Euro. Man kann also mit einer Datenautomatik länger schnell surfen, zahlt dafür aber auch deutlich mehr. WinSIM schreibt als Erklärung für die eigene Datenautomatik:

Was bedeutet Datenautomatik? – Sie haben, je nach Tarif, ein bestimmtes Inklusiv-Datenvolumen. Nach Verbrauch des monatlichen Inklusiv-Volumens wird automatisch bis zu 3 x pro Monat 300 MB zusätzliches Datenvolumen für jeweils nur 2 € aufgebucht. Die Datenautomatik ist deaktivierbar. Sie werden mit Erreichen von 80 % und 100 % Ihres Inklusiv-Volumens automatisch per SMS benachrichtigt, sowie nach jeder automatischen Erweiterung.

Ihr Vorteil – Die Datenautomatik stellt sicher, dass Ihnen immer ausreichend Datenvolumen zur Verfügung steht. So können Sie auch weiterhin unbeschwert mit LTE-Highspeed surfen.

Was passiert nach dreimaliger Aktivierung der Datenautomatik? – Wenn Sie in einem Monat Ihr Inklusiv-Volumen verbraucht haben und die Datenautomatik 3 x genutzt haben, wird Ihren Surfgeschwindigkeit auf max. 64 kBit/s im Download und Upload reduziert. Wir informieren Sie darüber per SMS. Damit Sie auch den Rest des Monats in Highspeed-Geschwindigkeit das Internet nutzen können, erhalten Sie ein Angebot zur Aufstockung Ihres Datenvolumens per SMS.

Auf Wunsch jederzeit deaktivierbar! – Die Datenautomatik ist Bestandteil unserer Tarife. Wenn Sie keine Datenautomatik wünschen, können Sie diese jederzeit nach Freischaltung des Tarifs schriftlich, telefonisch (06181 7074 094) oder in Ihrer persönlichen Servicewelt deaktivieren.

Mittlerweile gibt es an keine Zwangsautomatiken mehr, sondern man kann sie immer auch aktivieren. Dazu muss man allerdings selbst aktiv werden.

Warum sind Datenautomatiken so unbeliebt?

Die Datenautomatiken stoßen bei vielen Nutzer auf Kritik und das liegt an verschiedenen Punkten:

  • Sehr häufig erwarten Nutzer keine solche Automatik und rechnen nicht mit Mehrkosten bei Überschreitung des Datenvolumens. Gerade zu Anfang wurden die Automatiken auch nicht sehr gut kommuniziert und verärgerten daher oft die Nutzer.
  • Bei den frühen Varianten der Automatik wurden Nutzer oft auch in höhere Datenflatrates gebucht. Dieses automatische Upgrade führte zu höheren Kosten und stieß daher auf Unverständnis.
  • Bei einigen Anbietern sind die Automatiken ein fester Bestandteil der Tarife und lassen sich nicht deaktivieren. Diese Zwangsautomatiken werden oft als unfairer Tarifbestandteil empfunden. Bei den meisten Tarifen kann die Datenautomatik aber deaktiviert bzw. abgeschaltet werden.

Insgesamt kommunizieren die Handy-Provider und Discounter ihre Automatiken mittlerweile besser und haben die Tarife mittlerweile auch etwas entschärft. So gibt es in inzwischen keine automatischen Tarifupgrades mehr. Die Kritik der Nutzer ist aber nach wie vor vorhanden.

Handy Smartphone Pixabay CC0Allnet Flat und Tarife ohne Datenautomatik im D1-Netz der Telekom

Wer nach einer Allnet Handy Flat ohne Datenautomatik sucht, ist im Netz der Telekom genau richtig. Derzeit kommen alle Flatrates und Tarife in diesem Handy-Netz ohne eine Datenautomatik aus. Sowohl bei der Telekom selbst als auch bei Discountern wie Congstar oder Sparhandy gibt es keine automatische Nachbuchung von Datenvolumen.

Man kann allerdings manuell Volumen unter der Bezeichnung Speed-On nachbuchen. Das ist auch kostenpflichtig, wird aber nicht automatisch vorgenommen sondern jeder Kunden muss selbst die Buchung vornehmen, wenn er zusätzliches Volumen benötigt.

Allnet Flat und Tarife ohne Datenautomatik im Vodafone Netz

Im Vodafone Netz sieht es etwas anderes aus, als bei der Telekom. Die Vodafone RED Tarife haben eine Art Datenautomatik Light unter dem Namen Vodafone SpeedGo und es wird automatisch

  • bis zu 3 x 100 MB für jeweils 2 Euro oder
  • bis zu 3 x 250 MB für jeweils 3 Euro

nachgebucht, wenn das monatliche Inklusiv-Volumen aufgebraucht ist. Es reicht bei diesen Tarifen aber eine SMS um die automatische Buchung zu stoppen. Vodafone schreibt dazu:

Möchtest Du keine automatische Daten-Reserve, antwortest Du darauf einfach mit „Langsam“. Deine Geschwindigkeit drosseln wir erst, wenn Du 100 % Deiner Highspeed-MB verbraucht hast. Entscheidest Du Dich aber für besten Surf-Spaß, musst Du nichts weiter tun. Werden Deine Highspeed-MB knapp, tanken wir sie automatisch wieder auf. Jeweils 250 MB für nur 3 Euro pro Füllung. Das geht bis zu 3-mal in einem Abrechnungszeitraum.

Sowohl die Vodafone RED Allnet Flat als auch die neuen Vodafone GigaMobil Flat nutzen dieses System.

Bei den anderen Anbietern und Tarifen im Vodafone Netz gibt es keine Datenautomatik. 1&1 wirbt sogar offensiv damit. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es: „Fair geht vor: Keine Datenautomatik. Zusätzliches Highspeed-Volumen – nur wenn Sie es wünschen.“ Wer komplett ohne eine Form der Datenautomatik auskommen möchte, sollte also zu den 1&1 Allnet Flat oder zu den Vodafone Discountern greifen.

Allnet Flat und Tarife ohne Datenautomatik im o2 Netz

Bei O2 gab es in den originalen O2 Blue Flatrates und Tarifen eine Datenautomatik. Mittlerweile sind diese Tarife und Flatrates aber durch die neuen O2 Free Tarife ersetzt worden und bei diesen Angeboten gibt es KEINE Datenautomatik mehr. Mit den neuen O2 Tarifen hat sich dieses Thema also zumindest für Kunden direkt von O2 erledigt.

Allerdings bieten auch fast alle Marken von Drillisch Tarife mit Datenautomatik an. Man findet diese als Zwangsautomatik bei DeutschlandSIM, PremiumSIM, WinSIM und einigen anderen Anbietern. Wer nach einer Allnetflat ohne Datenautomatik sucht, sollte daher lieber vom O2 Netz Abstand nehmen und Tarife aus den anderen Handy-Netzen nutzen. Einige Discounter (wie beispielsweise Smartmobil) hatten zwischenr die Automatik wieder entfernt. Inzwischen setzen aber alle Drillisch Postpaid Angebote wieder auf die Datenautomatik.

Es gibt aber auch im O2 Netz Anbieter, die ohne eine Datenautomatik auskommen. Das ist besonders im Prepaid Bereich und bei einigen älteren Discountern wie Fonic der Fall. Allerding hat O2 mit den neuen O2 Prepaidkarten auch erstmal die Datenautomatik im Prepaidbereich eingeführt.

Allnet Flat und Tarife ohne Datenautomatik im Eplus Netz

UPDATE: Eplus Tarife gibt es mittlerweile nicht mehr, stattdessen wurden alle Marken zu O2 umgezogen. Es gelten damit für diese Angebote die oben genannten O2 Details.

Die neueren BASE Tarife bieten keine Datenautomatik mehr, nutzen aber mittlerweile das O2 Netz. Bei älteren BASE Tarife kann eine Datenautomatik durchaus noch aktiv sein. Der nachfolgende Passus bezieht sich auf die älteren Tarife:

Im Eplus Netz bietet BASE mittlerweile O2 Tarife an und hat damit auch die O2 Datenautomatik übernommen. Im Kleingedruckten heißt es dazu:

Nach Verbrauch des im Tarif enthaltenen Datenvolumens wird dieses automatisch bis zu 3 x pro Abrechnungszeitraum erweitert. Die Erweiterung beträgt in den Tarifen Blue Basic, und Blue All-in S 3 x 100 MB für jeweils 2 €, in den Tarifen Blue All-in M und L 3 x 250 MB für jeweils 3 € und in den Tarif Blue All-in XL und Premium 3 x 750 MB für jeweils 5 €. Danach wird die Surf-Geschwindigkeit bis zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums auf bis zu 32 KBit/s gedrosselt. Über jede Datenvolumen-Erweiterung wird per SMS informiert.

Die anderen Anbieter und Discounter bei Eplus kommen allerdings komplett ohne Datenautomatik aus.

1&1 wirbt bei den Eplus Tarifen sogar offensiv damit. Auf der Webseite des Unternehmens heißt es: „Fair geht vor: Keine Datenautomatik. Zusätzliches Highspeed-Volumen – nur wenn Sie es wünschen.

Wie sieht die rechtliche Situation bei den Datenautomatik aus?

Die Kritik an der Datenautomatik hat dazu geführt, dass sich auch die Gerichte schon mehrmals mit diesen Tarifbestandteilen beschäftigen mussten. Ein aktuelles Urteil stammt aus dem Februar 2016 und die Richter des Landgericht München (nicht rechtskräftig) haben die Datenautomatik von O2 dabei für unzulässig erklärt. Allerdings richtete sich das Urteil gegen eine ältere Form der Automatik die mittlerweile nicht mehr genutzt wird. Neuere Urteil gehen in der Regel von rechtskonformen Optionen aus, wenn diese richtig kommuniziert werden. Die Verbraucherzentrale hat allerdings gegen Vodafone ein Urteil erwirkt, bei dem Verträge verändert wurde. Dort schreibt man :

Der Mobilfunkanbieter Vodafone darf künftig keine Klauseln mehr für Highspeed-Volumentarife verwenden, die die nachträgliche Freischaltung von kostenpflichtigen Datenpaketen ohne Zustimmung von Verbrauchern erlauben. Dies hat das Landgericht Düsseldorf entschieden. Geklagt hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

„Haben Verbraucher sich einmal bewusst für ein günstiges Tarifmodell entschieden, dürfen sie von ihrem Anbieter nicht durch intransparente Preislisten und Fußnoten in ein teureres Modell gedrängt werden“, sagt Heiko Dünkel, Rechtsdurchsetzungsreferent beim vzbv.

Zu den aktuellen Automatiken bei den in erster Linie Volumen kostenpflichtig nachgebucht wird, gibt es derzeit noch keine Urteile. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis auch diese Mechanismen vor Gericht landen.

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